Filsø

Der See Filsø war einmal einer der größten Seen Dänemarks mit einer Fläche von ca. 3.600 ha. Im Laufe der Jahrhunderte hat der Mensch den See geprägt. Im Mittelalter, bereits um das Jahr 1140, wurde die erste Wassermühle beim Flüsschen Henne Mølleå errichtet. Die Wassermühlen waren eine neue Art der Nutzung der Naturkräfte und führten gleichzeitig dazu, dass man mit einem Stauwerk die Größe des Sees regulierte.

Ab Ende des 18. Jahrhunderts überdachte man die Möglichkeiten der Landgewinnung durch eine teilweise Trockenlegung des Sees und 1852 entfernten die neuen Eigentümer des Sees Filsø das Stauwerk bei der Mühle Henne Mølle, wodurch die Fläche des Sees von ca. 2.100 ha auf ca. 750 ha verkleinert wurde. Hiermit war die Landgewinnung im Filsø eingeläutet worden. Nicht ganz 100 Jahre später beschäftigte man sich wieder mit der Entwässerung der Seen Mellemsø und Søndersø und 1951 waren weitere 750 ha See zu Boden für landwirtschaftliche Nutzung umgebildet. Danach war nur noch ein Bruchteil des ursprünglichen Sees vorhanden, der Fidde Sø in der nordöstlichen Ecke des alten Sees.

2010 kaufte die Stiftung Aage V. Jensen Naturfond den Filsø. Von insgesamt 2.300 ha wurde ein See von 915 ha wiedergeschaffen. Zusammen mit Fidde Sø und Søvigsund beträgt die neue Seefläche 1.030 ha. Der Filsø besteht heute aus drei Seen: Mellemsø, Søndersø und Fidde Sø.

Bis 1852 - der ursprüngliche See Filsø

Der See hat bereits in der Wikingerzeit eine große Rolle gespielt, als er ein zur Nordsee offener Fjord war. Bei Henne Kirkeby befand sich eine große Wikingerwohnsiedlung mit ca. 375 kleinen Werkstätten, in denen Wolle gewebt wurde. Später wurde der Fjord durch das Wandern des Sandes geschlossen, und der See wurde zu einer wichtigen Lebensgrundlage für Bauern, Jäger und Fischer.

 

 

1852: Beginn der Eindämmung des Sees Filsø

Der See wurde von 2.000 Hektar auf 750 Hektar verkleinert. Im ursprünglichen See lebten zahlreiche Fischarten und viele Fischer ernährten sich durch die Fischerei im See. Je mehr der See eingedämmt wurde, umso weniger Fische gab es. Die Entwässerung erfolgte daher nicht ohne Kampf mit Fischern und Jägern, die von den Ressourcen des Sees abhängig waren.                                                                   

1940 – 1947: Fortsetzung der Entwässerung des Sees

Die Entwässerung diente wirtschaftlichen Interessen und der See wurde zunehmend entwässert, um dem Wunsch nach mehr landwirtschaftlich nutzbarem Boden nachzukommen. Diese Arbeit wurde mit wenigen Maschinen und ansonsten per Hand durchgeführt. Es wurden Entwässerungskanäle gegraben und Pumpenstationen eingerichtet, um das Gebiet zu entwässern.

1950: Errichtung einer Scheune für die Getreidetrocknung

Um das Getreide von den Feldern am See zu trocknen, wurde eine Scheune von ursprünglich 30 m Länge, 20 m Breite und 16 m Höhe mit sechs Etagen und einen Fassungsvermögen von 13.000 t errichtet. Nach einem Feuer drei Jahre nach dem Bau wurde die Scheune aufgrund der rasanten Entwicklung in der Landwirtschaft erweitert.

 

Billedet er fra Blaabjerg Lokalhistorisk Arkiv

2011: Übernahme des Gutshofs Filsø Gods durch die Stiftung Aage V. Jensen Fond im Herbst

Die Stiftung Aage V. Jensen Naturfond übernahm den Gutshof Filsø Gods, um eine Renaturierung des Sees durchzuführen. Man begann mit den vorbereitenden Arbeiten.

2012: Beginn der Arbeiten

Im Frühjahr wurde mit den Arbeiten um den See begonnen. Gebäude wurden abgerissen und im Seegebiet wurden Vogelinseln eingerichtet – und nicht zuletzt wurden die Kanäle mit Erde gefüllt. Im Juli wurde Wasser in das Seegebiet geleitet und im Herbst 2012 entstand der See aufs Neue mit nunmehr ca. 915 Hektar.

Heute

Die Entwicklung des Sees verläuft viel besser als erwartet und bereits 2015 wurde die Renaturierung des Sees Filsø als "Das botanische Wunder" bezeichnet. Man fand Pflanzenarten wie den Kriechenden Igelschlauch, dessen Vorkommen zuletzt in 1975 in Dänemark dokumentiert worden war. Seit der Renaturierung in 2012 ist der See zu einem der artenreichsten Seen mit 52 verschiedenen Pflanzenarten geworden.